Grüne Schwerpunkte für die Aerzener Gemeinderatsperiode 2011–16

Stand 10. Oktober
Der Flecken Aerzen steht vor vielen wichtigen Weichenstellungen. Die Ortsumgehung Aerzen bedeutet nicht nur eine Umlenkung von Verkehrsströmen, sondern auch eine Rekonfiguration des Zentrums unserer Gemeinde. Was bedeutet das für Aerzen als Handelsstandort? Wie muss das Ortzentrum einschließlich der Brotfabriksbrache neu gestaltet werden? Was muss der Kernort Aerzen den Bürgern der Gemeinde bieten? Auch in Groß Berkel harrt Kathers Hof schon seit 20 Jahren einer sinnvollen neuen Nutzung. Neben den offensichtlichen Narben in diesen Ortsmittelpunkten müssen aber auch die Ortskerne der anderen Ortschaften so gestärkt werden, dass sie in Zukunft sowohl den Ansprüchen und Bedürfnissen ihre alternden Bewohner gerecht werden als auch für junge Familien so attraktiv werden, dass sie den Flecken gern zu ihrer Heimat machen. Die Gestaltung einer solchen Zukunft erfordert zudem die Stärkung Aerzens als Wirtschaftsstandort, den Ausbau zukunftsweisender Wirtschaftszweige, wie der erneuerbaren Energien, die langfristige Orientierung der regionalen Bildungslandschaft und die Verbesserung kultureller Angebote. Zugleich muss der Aerzener Hauhalt konsolidiert und die Schulden abgebaut werden.

Aerzen 2040
Für diese dringenden Aufgaben wollen wir Grüne im Aerzener Gemeinderat Verantwortung übernehmen. Vorausschauende, transparente und bürgernahe grüne Politik wird dem neuen Gemeinderat und den Ortsräten gut tun. Aufgrund der Grundsätzlichkeit der anstehenden Neuorientierungen ist darüber hinaus eine neue Kultur der Bürgernähe, Planung und politischen Entscheidungsfindung angebracht. Daher möchten wir gemeinsam mit den Bürgern des Fleckens
eine Vision sowie einen politischen, wirtschaftlichen und planerischen Masterplan für die Zukunft des Fleckens erarbeiten, der festlegt, wo wir in einer Generation – also in 25-30 Jahren – stehen wollen. Dabei geht es nicht nur um Flächennutzung und Bebauung, sondern gerade auch um soziale Infrastruktur, Bildung, Kultur, Wirtschaft – kurz: alles, was das gute Leben im Flecken ausmacht. An dieser Perspektive sollen sich dann zukünftig alle Planungen und politischen Entscheidungen im Flecken orientieren. Erarbeiten wollen wir die dafür erforderliche strategische Standortbestimmung und Zukunftsszenarien mit allen Aerzener Bürgern in Bürgerversammlungen, offenen thematischen Workshops und mit Unterstützung gemeinsamer Arbeitsgruppen von Bürgern, Politik und Verwaltung. Als Vorbild kann dabei die Stadt Rehburg-Loccum und deren Projekt „Rehburg-Loccum 2030 – Zukunft gemeinsam gestalten“ dienen. Bestehende Arbeitsgruppen wie die zur Nutzung der Brotfabriksbrache, zur Dorferneuerung oder der Seniorenbeirat sollen ebenso in diesen Prozess eingebracht werden, wie sich eine Einbindung in die Initiative „Weserbergland im Wandel“ anbietet.

Grüne im Aerzener Rat
Erstmals sind wir mit vier Grünen im Rat vertreten. Mit unserem Fraktionsvorsitzenden Friedrich Pettig, seinem Vertreter Egon Thöle, sowie Michael Dombrowski und Marcus Schaper wollen wir diese Stärke nutzen und in der kommenden Ratsperiode klare grüne Prioritäten setzen. Unsere Schwerpunkte für die Ratsarbeit lassen sich unter den Überschriften Dorfleben stärken und Erneuerbare Energien voran bringen zusammenfassen. In diesen Bereichen haben wir uns insgesamt 40 konkrete Projekte vorgenommen. Besonders wichtig sind uns die folgenden Initiativen:

Dorfleben stärken
In den Dörfern und Orten im Flecken müssen auch in Zukunft attraktive Bauplätze vorhanden sein, damit junge Menschen nicht nur im Flecken arbeiten, sondern auch hier leben können.
Zugleich sollen gewachsene dörfliche Strukturen bewahrt werden. Daher soll neue Bebauung in
erster Linie innerhalb gewachsener Strukturen stattfinden. Dazu soll ein Kataster nicht bebauter Flächen erstellt und online verfügbar gemacht werden. Dieses Kataster soll nicht nur erschlossene Bauplätze enthalten, sondern auch solche Flächen, die leicht erschließbar sind.
Das Hummetal ist eine der schönsten Gegenden weit und breit. Für die Attraktivität des Fleckens als Heimat für junge Familien reichen aber nicht nur landschaftliche Schönheit und gute Wirtschaftsstruktur. Vielmehr ist auch ein attraktives kulturelles Angebot vonnöten. Dazu wollen wir Aerzen als kulturelles Zentrum des Fleckens stärken. Das Kulturangebot in der Domänenburg kann noch ausgebaut und verbessert werden, damit es auch für junge Erwachsene und kulturell Anspruchsvolle interessanter wird. Es gilt ein Angebot mit einem eigenständigen Profil zu entwickeln, das Besucher von weit nach Aerzen zieht. Hierzu sollen auch die Jugend- und Kulturarbeit verzahnt werden.

Erneuerbare Energien voran bringen
Den Erneuerbaren Energien gehört die Zukunft. Für den Flecken bietet sich die Gelegenheit, nicht nur unabhängiger zu werden, sondern auch Wertschöpfung in der Gemeinde zu schaffen.
Aerzen hat mit der frühzeitigen Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraft Weitsicht bewiesen. Nun gilt es, diese vorausschauende Tradition fortzusetzen und auszubauen.
Trotz verfügbarer Kapazitäten in ausgewiesenen Vorranggebieten werden aus unterschiedlichen Gründen dort derzeit keine neuen Anlagen erstellt. Daher wollen wir großzügig neue Vorrangflächen für Windkraft ausweisen. Zugleich unterstützen wir auch Kleinwind- und Modellanlagen. Neben Windkraft bietet die Sonnenenergie saubere Energie und Wertschöpfung vor Ort. Solarenergie soll überall genutzt werden, wo dieses umweltverträglich möglich ist. Wir wollen eine Rahmenordnung, einen Flächennutzungsplan für große PV Anlagen auf Freiflächen erstellen.
Solche Anlagen wollen wir auf Böden minderer Qualität ermöglichen, wenn die Ränder der Flächen als Sichtschutz bepflanzt werden und unter den Kollektoren für einen natürlichen Heckenwuchs gesorgt wird.

Die Gemeinde sollte ausschließlich atomfreien Strom beziehen, bevorzugt Naturstrom. Alle künftigen Ausschreibungen werden entsprechend erstellt.

Kontakt
Für Rückfragen zur Ratsarbeit:
Friedrich Pettig, Tel.: 0 51 54 – 9 64 34, friedrichpettig@t-online.de
Für Rückfragen zu Aerzen 2040:
Marcus Schaper, 0 15 20 – 2 83 20 50, mail@marcusschaper.de

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