Die Grünen in Hameln begrüßen die geplanten Verbesserungen im neuen Liniennetz des ÖPNV, fordern jedoch wichtige Nachbesserungen, um einen familiengerechten Nahverkehr für alle zu gewährleisten.
Der Ortsverband der Grünen Hameln bewertet die Liniennetzplanung für den Landkreis Hameln-Pyrmont und die Stadt Hameln grundsätzlich positiv. Petra Scheller, Vorsitzende der Grünen Hameln, unterstützt „das gemeinsame Ziel: mehr ÖPNV-Angebote für die Bewohner*innen, insbesondere für Schulkinder im Landkreis und in der Stadt Hameln.“
Durch Maßnahmen wie die Verlagerung von Linien und Taktverdichtungen mit gesicherten Anschlüssen an Knotenpunkten konnte bereits eine Verbesserung erreicht werden. In der Stadt Hameln bleibt das Verkehrsangebot für die meisten Stadtteile mit einem Halbstundentakt nahezu unverändert.
Scheller sieht die Entwicklung insgesamt positiv, betont jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit dringender Nachbesserungen, insbesondere für ein besseres Verständnis der Änderungen und zum Schließen von Anschlusslücken. „Wir begrüßen die geplanten Verbesserungen im Fahrplan, fordern jedoch wichtige Nachbesserungen, damit unsere Kinder sicher und zuverlässig zu ihren Schulen gelangen können.“
Die Grünen Hameln betonen außerdem, dass die Kommunikation der Öffis sichtbarer werden muss. So sollte z. B. der Ersatz der bisherigen „Freizeitlinien“ 91–95 durch die tagsüber verkehrenden Linien für alle nachvollziehbar sein. Ein gleichbleibender Takt und ein durchgängiger Linienweg bis in die Abendstunden und am Wochenende sind übersichtlicher als der bisherige Wechsel auf die 90er-Linien.
Die Einführung des Sonntagsverkehrs bereits am späten Vormittag und die Taktverdichtung der Linie 1, der Wegfall der Schleife durch Kreuzfeld für Fahrgäste vom Klüthang sowie die Regionallinien nach Bad Pyrmont, Coppenbrügge und Salzhemmendorf mit verkürzter Fahrzeit um 11 Minuten verbessern die Erreichbarkeit Hamelns deutlich.
Kritisch begleitet wird jedoch das reduzierte Angebot trotz grundsätzlich gutem Halbstundentakt, was berechtigte Kritik bei Fahrgästen hervorruft. Besonders problematisch sind die neuen Linienwege der Linien 3 und 6 über die Mühlenstraße statt über den City-Busbahnhof sowie der Wegfall der Haltestelle in Hastenbeck.
„Alle Kinder und ihre Lehrerinnen brauchen einen sicheren Schulweg, auch wenn sie den Bus alleine nutzen“, betont Samuel Everding, 2. Vorsitzender der Grünen Hameln.
Die Grünen fordern deshalb konkret:
- Die Linien 3 und 6, die Klein Berkel, Afferde, Hastenbeck, Klüthang und Kreuzfeld bedienen, sollen wieder über die Haltestelle City/Pfortmühle fahren. Die neue Linienführung über die Mühlenstraße und die Haltestelle Münster erschwert den Zugang zur Innenstadt für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste erheblich.
- Das BHW als größter Arbeitgeber Hamelns sollte zu Arbeitsbeginn und -ende im Halbstundentakt an den Bahnhof angebunden werden. Zwei zusätzliche Fahrten morgens und nachmittags zur Haltestelle BHW-Haupteingang würden den Takt der Linie 10 verbessern.
- Der Halbstundentakt für Unsen soll erhalten bleiben; nach dem vorliegenden Fahrplan der Linie 5 ist dies möglich.
Der Ortsverband der Grünen setzt sich dafür ein, diese Änderungen in den politischen Beratungen mit den Öffis und dem Landkreis einzubringen. „Ein barrierefreier und familiengerechter ÖPNV ist für unsere Kommune wichtig, damit alle Menschen, die kein Auto nutzen wollen oder können, gut mobil sind. Wir Grünen in Hameln engagieren uns dafür, dass den Öffis ein attraktives Angebot gelingt“, schließt Petra Scheller.