Antrag für energetische Zukunft gestellt


Eigentlich ist die Zeit schon überfällig für die Erstellung von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden. Dennoch findet man sie selten, genauso wie in der Bevölkerung. Auch hier ist nur eine zögerliche Haltung festzustellen. Das dürfte sich vielleicht durch den Krieg in der Ukraine ändern und die Nutzung der erneuerbaren Energien beschleunigen.

Um aber den Anstoß für die Kommunen zu geben, brauchst es vielleicht doch den ein oder anderen politischen Antrag in den Stadt- und Kreisräten.

So hat der Ortsverband Bad Münder einen Antrag formuliert und diesen mit den Wählergemeinschaften „Bad Münder kann mehr“ und „Pro Bürger“ bei der Stadtverwaltung einreicht.

Ein Wahlversprechen wurde zumindest im ersten Schritt eingelöst. Bleibt zu hoffen, dass seine Wirkung nicht verfehlt wird.

Hier ein Auszug aus dem Antrag sowie ergänzende Informationen:
Die FRAKTIONEN im Rat der Stadt Bad Münder:
BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN – Bad Münder kann mehr – Pro Bürger
bringen nachfolgenden Antrag in die Stadtratssitzung am 31.03.22 mit der Bitte um Beratung und
Entscheidung ein:
Antrag:
Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden und Liegenschaften
Der Rat der Stadt Bad Münder möge beschließen:

  1. Bau einer PV-Anlage auf dem Feuerwehrgebäude im Gewerbegebiet,
    Rahlmühler Str. 19, 31848 Bad Münder
    Die Installation einer Photovoltaikanlage bietet sich auf dem neu errichteten Gebäude der
    Feuerwehr am Standort Gewerbepark Rahlmühle als Einstieg geradezu an. Es handelt
    sich um das neueste Gebäude der Stadt. Die baulichen Voraussetzungen zur Installation
    einer Photovoltaikanlage sollten gegeben sein. Die Wärmeversorgung und
    Trinkwassererwärmung erfolgt hier bereits mit dem Energieträger Strom über die
    vorhandene Wärmepumpe. Von einem hohen Eigenverbrauchsanteil des erzeugten
    Solarstroms ist auszugehen.
  2. Prüfung weiterer Liegenschaften:
    Die Stadt Bad Münder am Deister prüft bei allen städtischen Gebäuden, Liegenschaften
    und Grundstücken die Möglichkeit der Installation einer Photovoltaikanlage und optional
    den kombinierten Einsatz von Batteriespeichersystemen. Anschließend bzw. im weiteren
    Verlauf lässt die Stadt diese Anlagen, mit dem Ziel den vor Ort produzierten Solarstrom in
    den eigenen Liegenschaften zu nutzen, errichten.
    Bei Neubau oder der Sanierung von städtischen Gebäuden plant die Stadt zukünftig
    grundsätzlich die Installation von Photovoltaikanlagen unter Voraussetzung eines
    wirtschaftlichen Betriebs mit ein.
    Die Stadtverwaltung berichtet in den städtischen Gremien über die Ergebnisse.
  3. Umsetzung:
    Zur Umsetzung, Finanzierung und Betrieb dieser Anlagen erstellt die Stadt ein Konzept.
    Vorstellbar wäre unter anderem die direkte Investition durch die Stadt.
    Aber u.a. auch die Möglichkeit einer Kooperation der Gesellschafter der Netzgesellschaft
    Bad Münder GmbH & Co.KG hinsichtlich Errichtung und Betrieb der Photovoltaikanlagen
    soll geprüft werden.
    Begründung:
    Kommunen haben die Aufgabe aktiv das Gelingen der Energiewende und die damit
    verbundenen Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben. Über die Klimaschutzziele des
    Landkreises hat auch die Stadt Bad Münder am Deister formulierte Ziele. Bisher nutzt die
    Stadt leider wenig bis gar keine erneuerbaren Energien.
    Photovoltaikanlagen sichern den Betreiber gegen hohe und steigende Energiekosten ab. Bereits
    jetzt ist dem Haushalt der Stadt eine enorme Kostensteigerung im Bereich Energie zu entnehmen.
    Die Stromgestehungskosten bei Photovoltaikanlagen liegen bereits seit Jahren deutlich unter den
    allgemeinen Strompreisen. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlagen kann folglich unterstellt werden.
    PV-Anlagen sind zudem Stand der Technik sowohl bei neuen Gebäuden als auch bei
    Bestandsimmobilien. Außerdem sind sie gesellschaftlich in der Breite akzeptiert.

Anlage zum Antrag Photovoltaikanlage der Fraktionen im Stadtrat Bad Münder
BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN- Bad Münder kann mehr – ProBürger

  1. Allgemeines:
    Kommunen haben die Aufgabe als Vorbild zum Gelingen des Klimaschutzes durch erneuerbare Energien
    voranzugehen. Zudem ist die Installation von PV-Anlagen ein Mittel gegen steigende Energiekosten, die den
    Haushalt der Stadt Bad Münder künftig höher belasten werden, voraussichtlich deutlich mehr als in den
    vergangenen Jahren.
    Der Haushalt der Stadt Bad Münder beinhaltet von 2020 bis 2025 schon jetzt eine Energiekostensteigerung von
    288.023,31 auf 445.800 Euro. PV-Anlagen werden hier eine deutliche Entlastung bringen.
    So können PV-Anlagen durch Eigenverbrauch den Fremdstrombedarf idealerweise um 30-50 Prozent
    senken sowie bei vorhandenen Wärmepumpen weitere Energiekosten einsparen.
    Der nicht selbst verbrauchte Strom der Anlage kann in das allgemeine Netz eingespeist werden.
    Eine Amortisation der Anlage ist in 10 – 15 Jahren zu erwarten – bei steigenden Energiekosten auch früher.
  2. Feuerwehrgebäude Rahlmühler Str. 19
    Das Feuerwehrhaus hat die ideale Ausrichtung nach Süden und mit einer überbauten Fläche von ca. 2000 m² ist
    eine größerer Anlage kostengünstig herzustellen.
    Nach vorliegenden Kenntnissen kann auf einer 1000 m² Fläche eine Anlage mit etwa 140 kwpeak errichtet
    werden, die rund 140.000 kWh im Jahr produziert. Dem steht ein Verbrauch von ca. 40.000 kwh im Gebäude
    selbst gegenüber.
    Eine Eigennutzung von 25 % Prozent lässt sich sicher darstellen, was bei einem angenommenen Strompreis von
    durchschnittlich über 25 Cent über die kommenden 20 Jahre jährliche Einsparungen von ca. 10.000 Euro
    bedeuten.
    Die 70 – prozentige Netzeinspeisung bringt bei einer Vergütung von 6 Cent/kWh 6.000 Euro Ertrag.
    Bei einem angenommenen Preis von 1250 €/kWpeak belaufen sich Herstellungskosten auf ca.175.000 Euro.
    Mit der Einsparung von jährlich ca. 63.000 kg CO²/ Jahr ist mit der Anlage eine Umweltentlastung für künftige
    Generationen zu erwarten, die es der Stadt und den Bürgern jederzeit und auch ohne Rendite wert sein sollte.
    Insbesondere vor dem Hintergrund der Energiebeschaffung infolge des Ukraine-Krieges werden die Kommunen
    zusätzliche Beiträge zu den regenerativen Energien leisten müssen. Eine dauerhafte, weitere
    Energiepreissteigerung ist zu erwarten.
    Aufgrund der im April zu erwartenden Gesetzesänderungen und Förderungen durch das
    Bundeswirtschaftsministerium für regenerative Energien werden sich die Bedingungen kurzfristig ändern. Gerade
    deshalb ist es geboten, mit den möglichen Umsetzungen und technischen Fragen vorbereitet zu sein.
    Zur Umsetzung ergeben sich verschiedene Optionen zur Energieeinsparung und Kostenminimierung:

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.