Am vergangenen Dienstag, dem 29.09., maß das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser bei Hameln-Wehrbergen den niedrigsten Pegel seit Beginn der Messungen vor über 50 Jahren. Darüber berichtete am Mittwoch, dem 30.09., die Lokalzeitung Dewezet. Nicht einmal 45 Zentimeter sei die Weser an dieser Stelle aktuell tief; zum Wochenende könnte der Wasserstand sogar auf 40 Zentimeter fallen. Eine höhere Wasserabgabe aus der Edertalsperre komme wegen des dortigen geringen Füllstands von 13 Prozent nicht in Frage, zuletzt musste die Wasserabgabe aus der Talsperre sogar halbiert werden, weil zu wenig Wasser nachfloss.
Dazu sagt Britta Kellermann, regionale Landtagsabgeordnete der GRÜNEN aus Salzhemmendorf: „Von den letzten neun Jahren waren sieben stark durch Dürre geprägt. Die Klimakrise ist längst bei uns spürbar geworden, deshalb darf die Bundesregierung die Klimaziele nicht aufweichen. Neben der Energiewende brauchen wir die Verkehrs- und Wärmewende jetzt so schnell wie möglich, um die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts noch wirksam eingrenzen zu können.
Die Klimakrise verändert den Wasserhaushalt, das lässt der Pegelstand der Weser aktuell deutlich erkennen. Mit dem Masterplan Wasser haben wir in Niedersachsen bereits einen Paradigmenwechsel beim Wassermanagement eingeleitet: Statt alles Wasser über Gräben, Bäche und Flüsse direkt ins Meer abzuleiten, wollen wir es in der Landschaft halten. Lebendige Auen, wie im Blauen Band Oberweser geplant, können dazu einen wichtigen Beitrag leisten, ebenso wie Entsiegelungsmaßnahmen oder die Wiedervernässung von Mooren.
Indem wir das verfügbare Wasser bestmöglich in Böden und Gewässern halten, können wir auch das Grundwasser schonen. Nur so haben die Oberweser und andere Gewässer eine Zukunft.“